Programm
Berichterstattung
- Statt »teuer« darf es auch »weniger« sein, INDAT Report 05/2025
- Gestaltend und prägend mitwirken können, Interview mit Dr. Andreas Kästner, INDAT Report 05/2025
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Die Verpflichtung zur Nutzung eines elektronischen Gläubigerinformationssystems (eGIS) ist seit dem 17.07.2024 für alle Insolvenzverfahren bindend – einschließlich der Verbraucherinsolvenzverfahren.
Mit dieser Vorgabe gehen erhebliche datenschutzrechtliche und organisatorische Herausforderungen einher, die sich bereits seit dem Inkrafttreten der Reform in der Praxis bemerkbar gemacht haben.
Der VID-Ausschuss „Digitalisierung und Datenschutz“ hat angesichts dieser Fragen die bisherige Orientierungshilfe (Stand: 22.06.2023) überarbeitet und umfassend aktualisiert. Die Orientierungshilfe dient als praktischer Leitfaden für Insolvenzverwalterinnen und Insolvenzverwalter zur rechtssicheren, datenschutzkonformen und technisch angemessenen Umsetzung der gesetzgeberischen Vorgaben.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Juni 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gestiegen. Während Einige diesen Anstieg weiterhin als Beleg für eine Insolvenzwelle werten, sieht der VID dafür derzeit keine ausreichenden Hinweise. Vielmehr bedarf es einer differenzierten Betrachtung der aktuellen Entwicklung.
„Das Insolvenzgeschehen ist ein nachlaufender Indikator. Das bedeutet, dass wirtschaftliche Erholungen und politische Maßnahmen wie Konjunkturpakete oder steuerliche Erleichterungen – etwa jene, die ab dem kommenden Jahr greifen sollen – ihre Wirkung erst mit zeitlicher Verzögerung entfalten. Bereits deren Ankündigung kann sich jedoch stabilisierend auf das Vertrauen in die Wirtschaft auswirken,“ so Niering.
Das Statistische Bundesamt weist für Mai 2025 einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen von 0,7 Prozent aus. Die Unsicherheiten an den nationalen und internationalen Märkten wirken sich nicht unmittelbar auf die Insolvenzzahlen aus. Steuerentlastungen und Infrastrukturinvestitionen werden den Markt stabilisieren, auch wenn einzelne Branchen weiterhin unter Druck stehen.
„Obwohl sich die deutschen Unternehmen teilweise in einem herausfordernden Umfeld mit großen Unsicherheiten an den nationalen und internationalen Märkten bewegen, hat dies derzeit keine Auswirkung auf die Insolvenzen“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID).
Der Berufsverband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) freut sich, die Ernennung von Herrn Dr. Andreas Kästner zum neuen Geschäftsführer bekannt zu geben. Dr. Kästner tritt seine Position ab Mai an und bringt eine Vielzahl an Erfahrungen und großes Engagement in die Organisation ein.
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Kästner, der unserem Berufsverband schon lange ein Wegbegleiter war“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des VID. Während seiner Zeit (2012-2014) als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim VID, promovierte Kästner mit summa cum laude zum Beruf und Berufsrecht des Insolvenzverwalters. „Ein wichtiges Thema, nicht nur für unseren Berufsverband, sondern auch für die Bundesregierung, die nach dem Koalitionsvertrag die Selbstverwaltung der Freien Berufe stärken will“, so Niering.
Auch wenn Börsenkurse derzeit ein permanentes Auf und Ab erleben, wirkt sich das nicht unmittelbar auf den Anstieg der Unternehmensinsolvenzen aus. Im März 2025 beträgt dieser nur 5,7 Prozent.
„Die weltweiten Aktienkurse scheinen derzeit Achterbahn zu fahren. Die Insolvenzzahlen reagieren darauf aber nicht so schnell. Der aktuelle Anstieg reicht noch lange nicht an die dramatischen Zahlen der vergangenen Krisenjahre 2004 oder 2009 heran, mit in der Spitze von jährlich mehr als 39.000 Unternehmensinsolvenzen“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID). Die aktuellen Entwicklungen der Zollpolitik und der Handelskonflikte stellen aber bereits jetzt wegen der ausgelösten Unsicherheit eine erhebliche Herausforderung für viele Unternehmen dar. Eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung der Insolvenzzahlen ist deshalb schwierig.
Der Berufsverband der Insolvenzverwalter freut sich, die Vergabe des Uhlenbruck-Preises 2025 anzukündigen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen zum Insolvenz-, Restrukturierungs- und Sanierungsrecht. Bewerbungen für den mit 5.000 € dotierten Wissenschaftspreis können bis zum 30.06.2025 eingereicht werden.
„Der Uhlenbruck-Preis steht für höchste wissenschaftliche Qualität“, erklärt Vorstandsmitglied des VID und Vorsitzender der Jury Michael Bremen. „Die Jury wird neben der wissenschaftlichen Exzellenz auch die Aktualität und die Praxisrelevanz der eingereichten Arbeiten berücksichtigen“, so Bremen weiter.
Die Veranstaltung ist nur den VID-Mitgliedern vorbehalten. Den Veranstaltungsflyer mit Fach- und Abendprogramm werden Sie in den nächsten Tagen an dieser Stelle finden.
Im Januar 2025 verzeichnete Deutschland einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Entwicklung hat in den letzten Wochen verstärkt die öffentliche Diskussion geprägt, insbesondere im Kontext des Wahlkampfs. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Anstieg ja, Dramatik nein.
„Insolvenzen werden zunehmend im Wahlkampf genutzt, um die aktuelle Wirtschaftslage dramatisch auszuleuchten, zuletzt von Friedrich Merz im TV-Duell. Dabei wäre gerade hier eine sachliche Betrachtung der Situation dringend notwendig. Um es auf einen Nenner zu bringen: Anstieg ja, Dramatik nein“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID).
Unternehmensinsolvenzen sind nach der amtlichen Statistik im Dezember um 13,8 % und damit im Jahr um 16,8 % gestiegen. Der anhaltende Strukturwandel wichtiger Branchen beeinflusst maßgeblich die Entwicklung. Im neuen Jahr wird sich die Lage voraussichtlich nicht verbessern, weil sie durch langfristige Faktoren geprägt ist, die durch politische Entscheidungen nicht kurzfristig, sondern nur schrittweise beeinflusst werden können.
„Die aktuellen Insolvenzzahlen sind ein klares Zeichen für den anhaltenden Strukturwandel der deutschen Wirtschaft. Wir erleben einen gleichzeitigen Umbruch in vielen Branchen und auch in Schlüsselindustrien Dieser Umbruch wird im Jahr 2025 anhalten, unabhängig davon was die neue Bundesregierung auf den Weg bringt“, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID).