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Förderung einer sanierungsorientierten Insolvenzverwaltung.

 

 

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Der VID hat gestern zum X. Kapitel des EU-Kommissionsvorschlags für ein 28. Regime Stellung genommen. Kapitel X regelt die Abwicklung insolventer EU Inc.-Gesellschaften, bei denen es sich um innovative Start-ups handelt. Grundsätzlich begrüßt der VID das Konzept des 28. Regimes. Es eröffnet Harmonisierungschancen, die durch bloße Angleichung nationaler Rechte allenfalls langfristig erreichbar wären.
Doch praxisuntaugliche und lückenhafte Regelungen untergraben das Ziel, Investitionsanreize und Planungssicherheit zu schaffen und gefährden damit Relevanz und Reputation des geplanten Regimes.
Die beabsichtigte Förderung der Finanzierung innovativer und damit kapitalintensiver #Startups wird mit dem aktuellen Vorschlag eher erschwert.
Namentlich konterkarieren fehlende transparente Exit-Regelungen für den Insolvenzfall die Venture-Capital-Finanzierung als unverzichtbare Quelle für innovative Start-ups.
Die Einzelkritik an Kapitel X können Sie hier nachlesen: https://www.vid.de/stellungnahmen/28-regime-verordnungsvorschlag-der-eu-kommission/
Ist ein in sich geschlossenes Insolvenzregime derzeit nicht realisierbar, sollte nach Ansicht des VID das 28. Regime zurückgestellt, jedenfalls aber Kapitel X vollständig gestrichen werden.
Es greift konzeptlos auf Versatzstücke des zu Recht gestrichenen Titels VI der Harmonisierungsrichtlinie zurück und verfehlt inhärente Stimmigkeit und Praxistauglichkeit.

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Beitrag Pressemitteilung:

11.10.2024

Unternehmensinsolvenzen auf erhöhtem Niveau – aber auch mit Aussicht auf Entspannung

Die erneut gestiegenen Unternehmensinsolvenzen sind ein Hinweis auf die großen Herausforderungen, vor denen viele Unternehmen stehen. Doch Entspannung gibt es auch: Durch die Zinssenkung und eine erhöhte Nachfrage verbessert sich die Lage der Baubranche.

Mit heutiger Pressemitteilung* veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Insolvenzzahlen für den Monat Juli 2024 und berichtet über die Entwicklung des zurückliegenden Monats September 2024. Demnach wurde für 1.937 Unternehmen im Juli 2024 ein Insolvenzantrag gestellt. Dies entspricht einem Anstieg von 22,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für den zurückliegenden Monat September weist die amtliche Statistik nach vorläufigen Angaben einen Anstieg um 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.

13,7 Prozent zum Vorjahresmonat scheinen ein hoher Anstieg zu sein. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass in den Vergleichsjahren die Insolvenzzahlen historisch niedrig waren; coronabedingt oder weil sie aus wirtschaftlich sehr guten Jahren stammen“, erläutert Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID).

Das aktuelle Insolvenzgeschehen folgt keinem eindeutigen Trend. „Einerseits stehen viele Unternehmen immer noch vor großen Herausforderungen. Viele müssen noch ihre Schlussabrechnung zu den Corona-Wirtschaftshilfen abgeben**. Oder Branchen kämpfen wie die Automobilzulieferer mit sich rasant verändernden Märkten. Andererseits gibt es auch Entspannung, wenn man an die Baubranche mit der wieder gestiegenen Kundenachfrage und den niedrigeren Zinsen nach der letzten Zinssenkung der EZB denkt“, so der VID-Vorsitzende.

Quellen:

* Beantragte Regelinsolvenzen im September 2024: +13,7 % zum Vorjahresmonat

** Laut einem Antrag der Unionsfraktion im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages waren im Februar noch rund 70.000 Schlussabrechnungen zu den Überbrückungshilfen offen. Bundestagsdrucksache: 20/10615

*** Grafik des VID: Entwicklung der Unternehmensinsolvenzzahlen (IN-Verfahren), © Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID)/Oktober 2024, Grafik kostenfrei nutzbar

Nicht alle beantragten Insolvenzverfahren werden auch eröffnet. In der Regel liegt die Eröffnungsquote bei ca. 60 Prozent. Voraussetzung einer Eröffnung ist ein Eröffnungsgrund sowie die voraussichtliche Deckung der Verfahrenskosten.

 

Über den VID:

Der Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands ist der Berufsverband der in Deutschland tätigen Insolvenzverwalter und Sachwalter. Mit mehr als 470 Mitgliedern vertritt er die überwiegende Mehrheit dieser Berufsgruppe. Die Mitglieder verpflichten sich auf „Grundsätze ordnungsgemäßer Insolvenz- und Eigenverwaltung“ und zur Zertifizierung nach ISO:9001. Damit setzt der Verband Maßstäbe für eine unabhängige, transparente und qualitativ anspruchsvolle Tätigkeit in Insolvenz- und Restrukturierungsverfahren.

 

Kontakt:
Manuela Doss, Pressereferentin
Fon: 030 20 45 55 25
E-Mail: presse@vid.de
www.vid.de

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